Jennifer Seidler neue Lebenshilfe-Geschäftsführerin: Verantwortung übernehmen im Miteinander
Seit dem 1. Januar 2026 ist Jennifer Seidler Teil der Geschäftsführung der Lebenshilfe Gießen. Die Diplom-Pädagogin kommt aus der Kita-Bereichsleitung und kennt die Lebenshilfe aus vielen Perspektiven. Im Interview spricht sie über das, was sie aus ihrer bisherigen Arbeit mitnimmt, was ihr in den ersten Monaten wichtig ist und wie sie das Miteinander im Verbund prägen möchte.
Interview mit Jennifer Seidler
Sie kommen aus der Kita-Bereichsleitung. Was nehmen Sie aus dieser Arbeit für Ihre neue Rolle als Geschäftsführerin mit?
Darüber könnte ich vermutlich Romane schreiben, aber ich versuche, mich auf das Wesentliche zu fokussieren.
Netzwerkarbeit: Mir war es schon immer wichtig – egal ob als pädagogische Fachkraft, Kita-Leitung oder Bereichsleitung –, mich mit anderen Menschen und Institutionen zu vernetzen, mich auszutauschen und gemeinsam neue Wege zu gehen. Vor allem kann man unglaublich viel voneinander lernen und aus Erfahrungen schöpfen, sodass man nicht immer das „Rad neu erfinden“ muss. Diese Haltung werde ich auch weiterhin als Geschäftsführerin vertreten und freue mich auf neue Netzwerke auf einer anderen Ebene.
Erfahrungen aus der Fachberatung: Hier nehme ich mit, die Themen einzelner Einrichtungen und Teams zu hören, wahrzunehmen, einzuordnen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen – zum Wohle der Einrichtung und der Menschen, die wir begleiten. Bei Hospitationen habe ich immer versucht, nah an der Basis und an den Themen der Teams zu bleiben, um Situationen besser zu verstehen und fundiertere Entscheidungen treffen zu können. Das möchte ich mir auch in meiner neuen Rolle bewahren und weiterhin im Austausch mit den Teams vor Ort bleiben.
Humor und Leichtigkeit: Im Kita-Bereich wird gerne und viel gelacht. Nach Klausurtagungen bleibt mir oft das Gesellige und Kreative in Erinnerung. Das möchte ich mir auch als Geschäftsführerin bewahren. Bei aller Schwere mancher Themen und bei allen Herausforderungen, die uns vielleicht in den kommenden Jahren begegnen, dürfen wir das Lachen nicht vergessen. Ich möchte weiterhin viele schöne gemeinsame Erinnerungen sammeln – ob bei Teamsitzungen, Hospitationen oder gemeinsamen Feiern.
Seit dem 1. Januar 2026 sind Sie Teil der Geschäftsführung. Was ist Ihnen in den ersten Monaten besonders wichtig?
Mir ist es wichtig, die Bereiche, für die ich zuständig bin, noch intensiver kennenzulernen – durch Gespräche mit den Bereichsleitungen, Besuche in den Teams und Hospitationen. Gleichzeitig möchte ich mir einen Überblick über die zentralen Themen verschaffen. Das wird Zeit brauchen und sicher nicht auf die ersten Monate begrenzt sein, sondern mich noch länger begleiten.
Die Lebenshilfe lebt vom Miteinander vieler Menschen. Wie möchten Sie dieses Miteinander künftig prägen?
Ich bin seit 2004 Teil der Lebenshilfe und habe hier so viele wunderbare Menschen auf allen Ebenen kennengelernt – egal ob in Werkstätten, Wohnstätten oder Kitas, als Mitarbeitende oder als Klient*innen. Viele haben mich durch ihre Haltung, ihre Werte und ihren Blick auf die Welt sehr bereichert. Diese bunte, vielfältige Lebenshilfe möchte ich auch weiterhin durch meine Arbeit mitprägen. Gerade in herausfordernden Zeiten, etwa durch knappe Haushaltskassen oder härter werdende politische und gesellschaftliche Diskurse, möchte ich für diese Werte einstehen und sie auch nach außen vertreten.
Steckbrief
Name: Jennifer Seidler
Funktion: Geschäftsführerin der Lebenshilfe Gießen (seit 1. Januar 2026)
Mein Weg: Ich bin seit 2004 Teil der Lebenshilfe Gießen. Nach meinem Diplom-Pädagogikstudium an der Justus-Liebig-Universität Gießen habe ich in verschiedenen Arbeitsfeldern der Lebenshilfe gearbeitet – unter anderem in Werkstätten, Wohnangeboten, im Familienunterstützenden Dienst und in der Frühförderung. In den vergangenen Jahren habe ich mich vor allem im Kita-Bereich weiterentwickelt, zunächst im Gruppendienst und später in Leitungsfunktionen, zuletzt als Bereichsleiterin.
Was mir wichtig ist: Auch in herausfordernden Zeiten nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Dafür stehe ich: Inklusion, Authentizität, Menschlichkeit, Verlässlichkeit und Humor.
So tanke ich privat Kraft: Vor allem durch positive Kontakte zu wichtigen Menschen in meinem Leben und durch gemeinsame Erinnerungen – oft sind es die kleinen Dinge, für die ich dankbar bin. Kraft schöpfe ich außerdem beim Sport (Nordic Walking, Yoga, funktionelles Outdoor-Training), auf Konzerten und Festivals, beim Reisen sowie beim Eintauchen in fantasievolle Science-Fiction-Welten wie Star Wars oder das Marvel-Universum.
