Lebenshilfe Gießen informiert Beschäftigte über Unterstützung bei Pflege von Angehörigen
Reges Interesse beim ersten „Austauschforum Pflege“
Linden – Wenn Eltern pflegebedürftig werden, ein Schlaganfall in der Familie auftritt oder Fragen zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung entstehen, stehen viele Beschäftigte vor großen organisatorischen und persönlichen Herausforderungen. Um hier frühzeitig Orientierung zu geben, hat die Lebenshilfe Gießen erstmals ein „Austauschforum Pflege“ für ihre Mitarbeitenden angeboten. Rund 30 Interessierte kamen dazu in die Räume der Begegnungsstätte CasaVivo in Linden.
Zum Auftakt machte Linda Hauk, Geschäftsführung Personal der Lebenshilfe Gießen, deutlich, dass Pflege von Angehörigen viele Beschäftigte betreffe und Unterstützung oft näher sei, als man zunächst denke. Ziel des neuen Formats sei es, Informationen zugänglich zu machen und den Austausch zu ermöglichen. Perspektivisch soll das Austauschforum regelmäßig stattfinden – etwa im Abstand von drei Monaten – und künftig auch einzelne Themen rund um Pflege, Vorsorge und Vereinbarkeit von Beruf und Familie vertiefend aufgreifen.
Pflege und Beruf besser vereinbaren
Im ersten Themenblock informierte Christiane Esser, Gesundheitsbeauftragte der Lebenshilfe Gießen, über Möglichkeiten, Pflege und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Vorgestellt wurden unter anderem die kurzzeitige Arbeitsverhinderung, Pflegezeit, Familienpflegezeit sowie Modelle der befristeten Teilzeit. Diese gesetzlichen Regelungen ermöglichen es Beschäftigten, kurzfristig Zeit für Organisation und Pflege zu gewinnen oder ihre Arbeitszeit vorübergehend anzupassen.
Anschließend gaben Mareen Schmitt und Jakob Handrack, Leitung und stellvertretende Leitung des Ambulanten Pflegedienstes der Lebenshilfe Gießen, einen Überblick über Pflegegrade, Leistungen der Pflegeversicherung und praktische Hilfen im Alltag. Thematisiert wurden unter anderem Pflegegeld und Sachleistungen, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Tagespflegeangebote, Hilfsmittel sowie Möglichkeiten der Wohnraumanpassung. Ein zentraler Hinweis: Der erste Schritt ist häufig der Antrag auf einen Pflegegrad bei der Pflegekasse, der weitere Unterstützungsleistungen ermöglicht.
Vorsorge für den Ernstfall
Im dritten Teil des Abends erläuterte Stefan Lind von den Beratungsdiensten der Lebenshilfe Gießen die Grundlagen der Vorsorgeplanung. Im Mittelpunkt standen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sowie die Frage, wie solche Dokumente sinnvoll erstellt und hinterlegt werden können.
Breiten Raum nahm der Austausch mit den Teilnehmenden ein. Die Fragen aus dem Publikum zeigten, wie vielfältig die Herausforderungen in Pflegesituationen sind – von organisatorischen Fragen über den Umgang mit Demenz bis hin zu kurzfristigen Fehlzeiten im Arbeitsalltag.
Das durch die Aktion Mensch mitgeförderte „Austauschforum Pflege“ ist Teil eines internen Unterstützungsnetzwerks der Lebenshilfe Gießen. Es bündelt Beratungsangebote rund um Pflege von Angehörigen, Vorsorge und Lebensbegleitung und soll Mitarbeitenden helfen, schnell passende Ansprechpartner zu finden.
„Uns ist wichtig, dass unsere Beschäftigten wissen: Sie stehen mit solchen Herausforderungen nicht allein da“, betont Hauk. „Als Lebenshilfe verfügen wir über viel fachliche Kompetenz in den Bereichen Pflege, Beratung und Vorsorge. Dieses Wissen stellen wir nicht nur externen Menschen zur Verfügung, sondern selbstverständlich auch unseren Kolleginnen und Kollegen im eigenen Haus.“ Weitere Informationen auf www.lebenshilfe-giessen.de.
