Pädagogische Grundlagen

Jeder Mensch ist einzigartig und unverwechselbar

Das Leitbild der Lebenshilfe Gießen e.V. gibt Orientierung und ist richtungsweisend für die praktische Umsetzung als auch für alle kreativen Entwicklungsprozesse in den Einrichtungen der Lebenshilfe Gießen e.V.

Daher sind die Grundsätze des Leitbilds auch gleichzeitig das Fundament der pädagogischen Grundhaltung in der Walkita Albach. Unser Bild vom Kind, von den Eltern, von den Mitarbeiter*innen und unser Umgang mit Menschen beinhaltet die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit eines jeden Menschen. Jedes Kind, welches unsere Walkita besucht, soll sich angenommen und wertgeschätzt fühlen.
 

Nicht das „ja… aber“, sondern das „warum eigentlich nicht…“ist für uns der pädagogische Leitsatz, der auch im Leitbild der Lebenshilfe Gießen e.V. verankert ist.
 

Die Idee eines Waldkindergarten wird auf Ella Flatau, eine schwedische Mutter aus Søllerød, zurückgeführt, die 1952 gerne mit ihren eigenen vier Kindern und Nachbarskindern den Tag im Wald verbrachte. Seit Anfang der 1970er Jahre wurden auf Grundlage dieses ersten Skovbørnehave (Waldkindergarten) in ganz Skandinavien Waldkindergärten gegründet. In Schweden gibt es heute unter der Bezeichnung "I Ur och Skur" ("bei Wind und Wetter") rund hundert Angebote.

In Deutschland entstand schon 1969 ein erster Waldkindergarten. Mit der staatlichen Anerkennung eines Waldkindergartens in Flensburg kam es Anfang der 1990er Jahre auch hier zu einer Gründungswelle. Schätzungsweise 300 Waldkindergärten gibt es heute in Deutschland.
 

„Kinder sind wie Blumen. Man muss sich zu ihnen niederbeugen, wenn man sieerkennen will!“

(Fiedrich Fröbel)
Unsere Arbeit in der Waldkita baut sich somit auf folgenden Grundsatzfragen auf:
 

„Welche entwicklungsförderlichen Bedingungen brauchen Kinder und ihre Familien, um eigene, vorhandene Ressourcen aufzubauen und wie können wir sie als pädagogische Fachkräfte begleiten und unterstützen?“
 

Das Kind bekommt Raum und Zeit seine Persönlichkeit ganzheitlich zu entfalten:

"Ganzheitliche", elementare Bildung und Erziehung bedeutet, dass das Ziel elementar-pädagogischen Handelns nicht die Vermittlung isolierter Kompetenzen, sondern die Förderung der Gesamtentwicklung des Kindes ist. Dies bedeutet auch, dass Kinder nicht gebildet werden, sondern sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst bilden können und werden.

Die körperliche und seelische Gesundheit wird durch den Aufenthalt im Wald herausgefordert und das Immunsystem der Kinder wird nachhaltig gestärkt.

Auch Gefühle bringen die Kinder durch Bewegung zum Ausdruck. Sie hüpfen vor Freude, stampfen wütend auf den Boden, ziehen sich ängstlich oder traurig zurück. Dazu brauchen sie Raum und eine Atmosphäre, die zulassen und erlauben, dass sie sich so bewegen können, wie es ihnen im Moment zu Mute ist.

Die Kinder erleben bewusst die Natur, sie lernen, in ihr zu leben und sorgsam mit ihr umzugehen. Durch den dauernden Aufenthalt im Freien erleben die Kinder hautnah, welche Besonderheiten die verschiedenen Jahreszeiten haben. Das Erleben und der Umgang mit den existenziellen Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde und mit den Naturerscheinungen, wie Regen, Nebel, Hagel und Schnee, bereichern das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit.

Der jahreszeitliche Rhythmus, die Abläufe im Naturkreislauf werden unmittelbar erlebt.

Wir sehen die Kinder als kompetente, vollständige kleine Menschen, die in der Lage sind ihren Alltag eigenständig zu gestalten und sich zu ihrem Besten zu entwickeln. Wir trauen den Kindern etwas zu, nehmen sie ernst und begegnen ihnen mit Respekt und Wertschätzung. Kinder versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die Welt um sie herum zu erobern, zu verstehen und zu begreifen. Dazu nutzen sie alle Sinne, fordern alle Wahrnehmungsprozesse und drücken sich in vielen unterschiedlichen Sprachen aus.
 

Die Kinder sollen auch erfahren, dass aus Rechten Pflichten entstehen, weshalb Partizipation ein wesentliches Element unserer Pädagogik ist und wir die Kinder ermutigen möglichst viele Entscheidungen, die ihre Anliegen betreffen ihrem Alter entsprechend unterstützend zu äußern.
 

„Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsame Lösungen für Probleme zu finden.“

Das heißt für uns, Kinder werden…

…angeregt sich eine eigene Meinung zu bilden.

…sie lernen ihre Bedürfnisse in Worte zu fassen oder anderen Formen zu äußern (Gebärden, Metacom-Symbole, Arbeiten mit Fotografien von realen Situationen, etc.).

…sie werden sich ihrer Selbst bewusst und lernen der eigenen Intention zu vertrauen.

…sie lernen Möglichkeiten der Konfliktbewältigung kennen und können diese entwicklungsentsprechend anwenden.

…sie erleben sich in verschiedenen Rollen und lernen zu gewinnen und zu verlieren.

…sie erfahren, dass Engagement etwas bewegen kann.

…sie lernen andere Standpunkte kennen und können sich darin üben Kompromisse zu schließen.

…sie lernen anderen zuzuhören und sie aussprechen zu lassen

…sie lernen Verantwortung für sich und ihre Entscheidungen und für ihre Umwelt zu übernehmen

Unsere Pädagogik basiert auf Verantwortung und Vertrauen.

Tagesablauf:

Unser Tag beginnt an unserem Treffpunkt, dem Vereinsheim des TSV Albach. Zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr werden die Kinder von den pädagogischen Fachkräften entgegen genommen. Nachdem wir ein Begrüßungslied gesungen haben besprechen wir grob den Tag und packen gemeinsam den Bollerwagen mit den Dingen, die die Kinder brauchen. Ist alles gepackt machen wir uns auf den Weg zu unserem "Frühstückshäuschen" in unserem Waldstück. Haben sich alle sattgegessen beginnt das Freispiel bzw. das Weiterarbeiten an Projekten oder erkunden der Umgebung.

Für diejenigen Kinder die einen Platz ohne Mittagessen gebucht haben, beginnt die Abholzeit 12.45 Uhr am Vereinsheim. Die restlichen Kinder werden ab 13.45 Uhr von ihren Eltern abgeholt.

Ansprechpartnerinnen

Jennifer Seidler
(Organisatorische Leiterin)

Marén Roll
(Pädagogische Leiterin)

c/o Lebenshilfe Gießen

Grüninger Weg 29
35415 Pohlheim
Telefon: 0 64 04 - 804 283


Waldhandy: 01 60 - 92 30 18 31
Päd. Leitung: 01 51 - 62 50 51 64
E-Mail: waldkita-albach@lebenshilfe-giessen.de