Helfen, wo Hilfe dringend nötig ist - unser Beitrag in anderen Ländern

Gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner EIKOS e.V. (Verein für Entwicklung, Inklusion und Kommunikation in Ost und Süd e.V.) unterstützt die Lebenshilfe Gießen international ganz gezielte Projekte. Dies umfasst vor allem Maßnahmen in Uganda sowie in Georgien. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über unser Engagement.

Konkrete Maßnahmen

Der Verein für Entwicklung, Inklusion und Kommunikation in Ost und Süd e.V. (EIKOS) und die Lebenshilfe Gießen setzen sich seit Jahren für Menschen mit Behinderung in Uganda, eines der ärmsten Länder der Erde, ein. Trotz der Corona-Pandemie haben beide wohltätige Organisationen ihr Engagement vor Ort nicht gedrosselt, im Gegenteil: Mit vielfältigen Aktivitäten startete EIKOS, mit Unterstützung der Lebenshilfe, im vergangenen Oktober das Projekt „Auf- und Ausbau des Selbsthilfepotenzials junger Menschen und ihrer Familien in ländlichen Gebieten Ugandas.“

Bereits in den vergangenen Jahren gab es diese Zusammenarbeit zwischen Lebenshilfe Gießen, EIKOS und der ugandischen Selbsthilfeorganisation „Inclusion Uganda“. Dazu zählte die Unterstützung der Arbeitsmöglichkeiten der ugandischen Partner: Ausbau und Sicherung von zwei kleineren Tages-Zentren für junge Menschen mit Behinderungen in der Hauptstadt Kampala, sowie der Ankauf eines geländegängigen Fahrzeugs.

Worum es bei diesem Projekt, das vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell subventioniert wird, konkret geht, erklärt EIKOS-Vorsitzender Harald Kolmar: „Im Grundsatz befassen wir uns mit der sogenannten gemeindenahen Rehabilitation (CBR). Das heißt, dass wir mit diversen Aktivitäten - die bis Ende 2021 durchgeführt werden - in drei verschiedenen ländlichen Regionen Ugandas unterwegs sind, um einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der prekären Lebensbedingungen, der medizinischen Versorgung sowie der Entwicklungs- und Bildungschancen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen und ihren Familien zu leisten.“

Unter anderem, so Kolmar, werden in Kooperation mit einem ortsansässigen Projektpartner kleinere Gebäude in der Region Kagumu (Ost-Uganda) errichtet, die als Beratungs- und Schulungszentren für Menschen mit Behinderung und ihre Familien dienen sollen.

„Ein wichtiger Schwerpunkt des Projekts ist es, bis zu 60 Selbsthilfegruppen von Familien mit behinderten Angehörigen aufzubauen, die jeweils bis zu zehn Familien umfassen. So sollen beispielhaft verschiedene Bereiche etwa wie Fischzucht, Tierhaltung, Reisanbau und Handwerk zur Schaffung von Einkommensmöglichkeiten entwickelt und hierbei junge Menschen mit Behinderung aktiv einbezogen werden, wobei sogenannte CBR-Worker und freiwillige Helfer mitwirken.

Eine Selbsthilfegruppe ist aktuell zum Beispiel dabei, eine Schweinezucht als Erwerbsmöglichkeit für Menschen mit Behinderung und ihre Familien aufzubauen.

Diese Möglichkeiten sollen dann später in dem entstehenden Beratungszentrum vorgestellt werden und dadurch auch Impulse für andere Landesteile setzen“, skizziert Harald Kolmar eine wesentliche Zielsetzung.

Bis dato kann Harald Kolmar ein positives Zwischenfazit ziehen: „Es sind bereits über 40 Selbsthilfegruppen entstanden, auch die Beratung und die Hilfe vieler Familien schreitet gut voran. Wir hoffen, dass wir mit Hilfe unseres Projektpartners, aber auch der zuverlässigen Unterstützung der Lebenshilfe Gießen bis Jahresende mehr als 300 Menschen mit Behinderung und ihre Familien in ihrem unmittelbaren Lebens- und Wohnumfeld unterstützen können.“

Dabei geht es um die Schaffung von Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten für die Menschen mit Behinderungen, aber auch für ihre Familien. Diese arbeiten nun bereits in Bereichen wie Hühnerhaltung, Schweinehaltung, Gemüseanbau, Einrichtung von Fischteichen und etwa dem Verkauf von Produkten des täglichen Bedarfs in kleinen Kiosken.

Mittlerweile wurden ebenfalls drei Kleinkrafträder angeschafft, damit die Gemeindehelfer des Projekts in den teilweise recht entlegenen Regionen auch mobil sind und die Familien und kleinen Dörfer erreichen können.

Diese gemeindeorientierte Arbeit zeigt bereits jetzt gute Erfolge und motiviert die Bewohner der Gemeinden, sich ebenfalls an unterschiedlichen Formen von Selbsthilfe zu beteiligen.

Genau dies ist auch ein wesentliches Ziel dieses gemeinsamen Förderungsprojekts zwischen Inclusion Uganda, Lebenshilfe Gießen und EIKOS e.V.

Im Rahmen der Möglichkeiten eines finanziell und zeitlich begrenzten Vorhabens werden Menschen mit Behinderungen und ihre Familien auch mit notwendigen Hilfsmitteln ausgestattet, wie etwa Rollstühlen, Toilettenstühlen, Gehhilfen, angepasste Matratzen.

Aktuelle Situation und Corona

Natürlich hat auch in Uganda, in unseren Projektregionen, die Corona-Pandemie große Probleme verursacht und etliche geplante Aktivitäten zunächst verlangsamt oder auch unmöglich gemacht. So war während des monatelangen Lockdowns das Reisen in die Projektregionen und die Verteilung von Hilfsmitteln, Medikamenten und von Baumaterial eine große Herausforderung.

Die Impfkampagnen zum Schutz der Bevölkerung gegen Covid 19 schreiten in Uganda nur sehr langsam voran, und es gibt immer noch viel zu wenig Impfstoff.

Uganda ist ein Land im tropischen Ostafrika, das bedeutet teilweise lange Regenzeiten mit intensiven Regenfällen. Auch dies ist eine Herausforderung für die Mitwirkenden in unserem Projekt, wenn sie sich in den Regionen ohne feste Straßen bewegen wollen.

Wir freuen uns, dass wir mit unserem überschaubaren Projekt doch schon viel bewirken können. Und die Partner in Uganda sind sehr engagiert und aktiv, wir stehen in ständigem Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort.

Eine geplante und von den Partnern gewünschte Projektbetreuungsreise kann aktuell wegen der Pandemie-Situation nicht durchgeführt werden. Wir hoffen jedoch sehr, dass es in den ersten Monaten des kommenden Jahres 2022 möglich sein wird, die Arbeit vor Ort selbst in Augenschein zu nehmen und alles mit der Partnerorganisation zu besprechen und weiter zu planen. Denn diese Selbsthilfe soll unbedingt weitergehen. Die Menschen mit Behinderungen und ihre Familien, meistens ohne regelmäßige Verdienstmöglichkeiten, viele davon Analphabeten, brauchen auch weiterhin Unterstützung.

Magnus Schneider, bis 2018 Vorstand der Lebenshilfe Gießen, und Harald Kolmar (Vorsitzender EIKOS e.V. – Verein für Entwicklung, Inklusion und Kommunikation mit Ost und Süd) unternahmen im Februar 2020 eine Reise in eines der ärmsten Länder der Erde: in das Partnerland Uganda.

Für zehn Tage machten sich beide ein Bild von der prekären Situation von Menschen mit Behinderung vor Ort, aber auch von der wichtigen Arbeit von „Inclusion Uganda“ (IU). Die Nichtregierungsorganisation, die mit EIKOS und der Lebenshilfe partnerschaftlich zusammenarbeitet, bemüht sich in dem ostafrikanischen Staat um bessere Lebensverhältnisse von Personen mit einer sogenannten geistigen Behinderung und ihren Familien. Für Schneider und Kolmar war dies – nach 2017 – der bereits zweite Uganda-Besuch.

„Sowohl in der Stadt, aber besonders auch in den ländlichen Bezirken, machten uns die Lebens- und Entwicklungsbedingungen für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien erneut sehr betroffen“, schildert der bei Marburg lebende Harald Kolmar seine Eindrücke. Magnus Schneider stimmt zu: „Uns wurde erneut vor Augen geführt, wie wichtig externe Hilfe für dieses Land ist. Mehr als ein Drittel der insgesamt 42 Millionen Landeseinwohner leben unter der Armutsgrenze von 1,9 US-Dollar pro Tag. Vor allem Menschen mit Behinderung trifft diese Situation hart.“

Insbesondere im ländlichen Raum sei die Lage sehr schwierig, zudem bestehe ein Großteil der dortigen Eltern aus Analphabeten und sei entsprechend nur schlecht über Förderformen für sich und ihre Kinder mit Behinderung informiert. „Wenn sie sich dennoch für ihre Kinder einsetzen, bleiben sie dabei weitestgehend allein und tragen häufig ihre schwerbehinderten, oftmals auch älteren Kinder nicht nur symbolisch über der Schulter. Weiterhin sind sowohl in der Stadt als auch besonders auf dem Land die Wohn-, Schlaf- und Ernährungsmöglichkeiten für alle Beteiligten weitgehend als katastrophal und unzureichend zu bezeichnen“, berichtet Harald Kolmar.

Um die Not von Menschen mit Behinderung und betroffenen Familien zu lindern, gründete sich vor über 35 Jahren die Selbsthilfeorganisation „Inclusion Uganda“ und agiert seither in der Hauptstadt Kampala, aber auch in verschiedenen ländlichen Regionen Ugandas. Die IU-Mitarbeiter*innen sind weitestgehend ehrenamtlich tätig und generell eine von nur sehr wenigen Strukturen des Landes, die sich um die Belange von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung kümmern.

Regelmäßige staatliche Finanzhilfen erhält „Inclusion Uganda“ indes nicht, was letztendlich dazu führt, dass nur einem Bruchteil der Personen, die Hilfe benötigen, geholfen werden kann. Um die eigene Arbeit aufrecht zu erhalten, ist man regelmäßig auf Spenden aus der Bevölkerung, von wohlwollenden Unternehmen oder von zivilgesellschaftlichen Organisationen angewiesen. „Die Aktivitäten von Inclusion Uganda erreichen bisher regelmäßig einige hundert Menschen mit Behinderungen und ihre Familien, sowohl in der Stadt als auch in den Dörfern und Gemeinden auf dem Land, die teilweise wegen schlechter Straßenverhältnisse schwer zu erreichen sind. Das gilt insbesondere in den Regenzeiten“, erklärt Harald Kolmar.

Die Lebenshilfe Gießen und der im Ebsdorfergrund ansässige Verein EIKOS engagieren sich bereits seit einigen Jahren für die Arbeit von „Inclusion Uganda“, schickten etwa 2016 und 2017 notwendige Ausrüstung in das Land, halfen ferner bei der Anschaffung eines geländegängigen Fahrzeugs – insbesondere mit den Mitteln des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – sowie beim Ausbau kleinerer Förderzentren in Kampala.

Im Rahmen des zu Beginn 2020 neuen Vorhabens, das abschließend von Magnus Schneider und Harald Kolmar mit „Inclusion Uganda“ geplant werden konnte, sollten in Distrikten des Landes – bis zu 300 Kilometer von Kampala entfernt – 200 bis 300 Menschen mit Behinderung und ihre Familien in ihrem unmittelbaren Lebens- und Wohnumfeld unterstützt werden. Darüber hinaus war angestrebt, dass bis zu 60 Familien in sogenannten Selbsthilfegruppen zusammenarbeiten und sich vor allem im landwirtschaftlichen Bereich – bei der Schweine- oder Hühnerhaltung, beim Gemüse- oder beispielsweise Reisanbau – ein gewisses Grundeinkommen erwirtschaften können. Hierzu werden nun geringe Geldmittel als Kleinkredite in die selbstverwalteten Gruppen gegeben. Der Ansatz für dieses Vorgehen nennt sich „Gemeindenahe Rehabilitation“. Dabei wird in den Dörfern und Gemeinden mit der lokalen Bevölkerung, den Familien, Freiwilligen, aber auch vorhandenen Fachleuten und der ortsansässigen Verwaltung zusammengearbeitet.

In einem Distrikt mit besonders hoher Armut und wenig Einkommensmöglichkeiten entstand weiterhin ein Beratungszentrum, welches später auch für andere Gemeinden als Modell dienen soll. „All dies geschieht unter der Prämisse, dass diese Arbeits- und Förderansätze sich nach der Projektlaufzeit von etwas mehr als einem Jahr nachhaltig und selbsttragend weiterentwickeln. Für diese Arbeit sind Lebenshilfe und EIKOS wiederum auf die finanzielle Hilfe durch das BMZ angewiesen, müssen jedoch wie schon vorher gewisse Eigenmittel aufbringen. An diesem Punkt freuen wir uns über jede Form der Unterstützung, auch aus Deutschland“, sagt Magnus Schneider und ergänzt: „Ein Grund, weshalb wir uns in diesem Land engagieren, ist der Umstand, dass wir hier eine sehr aktive Selbsthilfeorganisation als Partner haben. Das ist eine wichtige Voraussetzung.

Zudem zählt Uganda zu den sogenannten Entwicklungsländern, in denen weltweit der größte Anteil von Menschen mit Behinderungen lebt, die kaum Förderung und Unterstützung erhalten.“

Sie interessieren sich für weitere Informationen über die internationale Arbeit von EIKOS e.V. oder der Lebenshilfe Gießen oder möchten diese Tätigkeit unterstützen?

Harald Kolmar (E-Mail: hj.kolmar@lebenshilfe-giessen.de / Telefon: 0172-6788500) steht Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Lebenshilfe Gießen e.V. und EIKOS e.V. wollen dabei helfen, Arbeitsmöglichkeiten für junge erwachsene Menschen mit (geistiger) Behinderung in Georgien zu schaffen.

Georgien ist ein sehr interessantes Land zwischen Europa und Asien. Es ist mit etwa 70.000 Quadratkilometern Fläche etwa so groß wie unser Bundesland Bayern. Es hat Bergdörfer im Kaukasus, aber auch schöne Strände am Schwarzen Meer.

Ein großer Teil der fast vier Millionen Menschen, die in Georgien leben, wohnt in der Hauptstadt Tiflis.

Georgien hat eine eigene Schrift und eine eigene Sprache (Georgisch, ganz schön schwierig). Die meisten Menschen, die in Georgien leben, sind orthodoxe Christen.

Georgien gehörte früher zur Sowjetunion, ist jetzt eine demokratische Republik mit einer Präsidentin.

In der georgischen Hauptstadt Tiflis/Tbilissi, im Stadtteil Gldani, sowie in Deutschland hatte von März bis Juli 2019 ein Planungsprojekt mit Finanzierung durch Aktion Mensch stattgefunden. Diese Aktivität hatte zum Ziel, gemeinsam mit Vertretern und Vertreterinnen der georgischen Elterninitiative "Union Ia" die Durchführung eines mehrere Jahre dauernden Projektes zur Schaffung von Arbeitsangeboten für Menschen mit Behinderungen vorzubereiten. Dazu war wiederum eine Finanzierung durch Aktion Mensch zu beantragen.

Im weiteren Verlauf wurde zwei Verantwortlichen bei Union Ia durch einen zweiwöchigen Hospitationsaufenthalt in Deutschland das Angebot von Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland für Menschen mit Behinderung nahe gebracht.

Wichtig war für die beiden Hospitantinnen, dass sie in den Werkstätten Gottessegen in NRW eher handwerkliche Gewerke und eine ganzheitliche Fertigungs- und Dienstleitungsweise erlebten, weil sie in Georgien sicherlich noch keine unmittelbar komplexe Werkstattstrukturen wie in Deutschland aufbauen können. So wurde ihnen aber gezeigt, dass eine für sie erstrebenswerte Werkstatt zwar mit Werkzeugen ausgestattet werden muss, aber nicht unbedingt nur mit teuren Maschinen betrieben werden kann.

Mitglieder von EIKOS e.V. haben sich zusammen mit der Lebenshilfe Gießen zusätzlich für einige Tage mit den Hospitantinnen in Klausur begeben, neben einem weiteren notwendigen „Kulturprogramm“, um die bisherigen Erfahrungen in Deutschland auszuwerten.

Dabei konnten die Hospitantinnen auch noch weitere Werkstätten für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Gießen besuchen und deren stärker industriell orientierte Arbeiten kennen lernen.

Weiter führendes Ziel des mittlerweile begonnenen zweijährigen Projekts ist, eine den dortigen Verhältnissen angepasste Struktur von Werkstätten für behinderte Menschen - ähnlich dem System in Deutschland – im Ansatz zu etablieren, aber auch in späterer Zukunft Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu initiieren.

Auch Eltern und Angehörige von jungen Menschen mit Behinderung werden mit einbezogen. Ihnen wird gezeigt, dass ihre behinderten Angehörigen durchaus in der Lage sind, mit entsprechender Förderung, Anleitung und Betreuung ein deutlich selbständigeres Leben in Zukunft führen zu können.

Bei einer Projektbetreuungsreise der deutschen Seite (EIKOS und Lebenshilfe Gießen) von Ende Mai bis Anfang Juni 2019 ging es darum, sich mit den Gegebenheiten vor Ort (Gebäude, Ressourcen, Arbeitsweise usw. von Union IA vertraut zu machen.

Ein zweitägiges Seminar während des Aufenthaltes in Tiflis, an dem die EIKOS- und Lebenshilfe-Vertreter als Referenten deutlich beteiligt waren, war für die Menschen mit Behinderung, ihre Eltern und Angehörigen, die Vertreter(-innen) von NGOs und staatlichen Stellen ein wichtiger „Meilenstein“. Es konnte hierbei ebenfalls über die Situation der Menschen mit Behinderung in Deutschland informiert werden. Besonders galt dies für den Bereich der Arbeit für erwachsene Menschen mit Behinderung, aber auch für die verschiedenen Wohnangebote für die gleiche Zielgruppe.

Besonders erfreulich war, dass es während des Seminars Gespräche mit den lokalen staatlichen Vertreter(-innen) zum Angebot von Union IA und den damit verbundenen Problemen (Notwendigkeit der staatlichen Finanzierung von Arbeits- und Wohnangeboten für erwachsene Menschen mit Behinderung) in Georgien mit den Besuchern gab.

Menschen mit körperlichen, geistigen und mehrfachen Behinderungen sollen, soweit unter den lokalen Bedingungen möglich, in die Lage versetzt werden, mit bedarfsgerechter Unterstützung auch außerhalb ihrer Ursprungsfamilie ein selbstständigeres Leben, z.B. im Bereich Arbeit, zu führen. Diese Situation steht in Georgien noch sehr am Anfang.

Das aktuell arbeitende Projekt in Georgien wird bereits seinen vorläufigen Abschluss Mitte des Jahres 2022 finden. Es bleibt zu hoffen, dass bis dahin eine gewünschte und auch benötigte Reise nach Georgien zur Diskussion der Projekterfolge stattfinden kann.

In den vergangenen Jahren haben interessierte und engagierte Menschen aus verschiedenen Ländern die Arbeit in Einrichtungen der Lebenshilfe Gießen kennengelernt. Dies in Form von Aufenthalten von manchmal nur wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen. Aber es waren auch schon Menschen hier, die länger bleiben und so grundlegende Kenntnisse erwerben konnten.

Ein solcher aktiver Aufenthalt bei uns in Deutschland ist sozusagen ein Praktikum, wir nennen es aber Hospitation.

Menschen aus beispielsweise Uganda, Indien, Russland, Belarus, Georgien, Israel, aber auch aus europäischen Ländern haben bereits bei uns hospitiert. Diese Menschen sind in ihren Heimatländern auf verschiedene Weise in der Unterstützung für und mit Menschen mit Behinderungen aktiv, und möchten etwas dazulernen oder unsere Arbeit kennenlernen.

So können Erfahrungen ausgetauscht werden, und wir können gegenseitig voneinander lernen!

Schon so manches Mal haben solche Hospitationen dazu geführt, dass anschließend in einigen Heimatländern Einrichtungen und Strukturen zur Hilfe und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Familien aufgebaut wurden, die es in der Form dort bisher kaum oder nicht gegeben hat.

Kontakt

Internationale Arbeit
Harald Johann Kolmar
Grüninger Weg 29
35415 Pohlheim
Telefon: 0172-6788500